Erdnussschalen

Wusstest du, dass Erdnussschalen zu vielen verschiedenen Produkten weiterverarbeitet werden?

Sie wären einfach zu schade zum Wegwerfen! Die Schalen können tatsächlich sehr gut weiterverwendet werden. Denn auch wenn Erdnüsse häufig mit samt der Schale geröstet und verkauft werden: Der Löwenanteil wird vor der Veredelung oder Weiterverarbeitung – zum Beispiel zu Erdnussbutter – geschält und gehäutet. Schale und Haut bleiben dann einfach übrig. Dabei sind sie ein reines Naturprodukt, das Erdnussveredler unkompliziert für andere Zwecke nutzen können. Also gehen die Erdnüsse auf ihre Reise bis zu uns, als Snack, Creme oder Zutat zum Essen. Und die Erdnussschalen treten ihren Weg an, allerdings unbemerkt von den meisten Verbrauchern.

Viel zu wertvoll, um Abfall zu sein

Allein 0,74 Millionen Tonnen rotbrauner Erdnusshäute fallen in der jährlichen weltweiten Erdnussverarbeitung an sowie geschätzt etwa sieben Millionen Tonnen Schalen. Die Liste der Güter, in denen Erdnussschalen stecken können, ist ebenso überraschend wie lang: Sie werden zum Beispiel zu Briketts, Shampoo und Papier verarbeitet. Als Verpackungsmaterial können sie das umweltbelastende Styropor ersetzen. Als Ofen- und Grillanzünder ersetzen sie chemische Hilfsmittel. Zu Pellets gepresst, können sie – ähnlich wie Holzpellets – zum Heizen als nachwachsende Alternative zu Öl und Gas eingesetzt werden.

Sie können sogar als nachwachsender Rohstoff der Stromerzeugung dienen. In einem Entwicklungsprojekt im Senegal zum Beispiel konstruierten deutsche Ingenieure ein Biomassekraftwerk, das als erneuerbare Energiequellen vor allem Erdnussschalen und Hirsestängel lokaler Kleinbäuerinnen und Kleinbauern verwendet. Mit verblüffenden Folgen: Das 1200-Einwohner-Dorf Kalom verfügt nun über Strom. Und mit diesem über Beleuchtung, die es Kindern auch in den Abendstunden ermöglicht, für die Schule zu lernen. Zudem ist die Sicherheit gestiegen, denn auch die Straßen sind nachts beleuchtet. Die Lungen der Bewohner sind außerdem nicht mehr durch Kohlenmonoxid belastet, was zuvor zu einem Problem gehörte, da an einem offenen Feuer im Haus gekocht wurde. Am Rand des Dorfes hat sich zudem ein kleiner Businesspark angesiedelt: Errungenschaften, die ohne Strom niemals möglich gewesen wären. Lokale Fachkräfte betreiben das Dorfwerk seit 2012 in Eigenregie. Unterstützung aus Deutschland ist nicht mehr nötig. Auch an vielen anderen Orten wird daran gearbeitet, solche Erdnussschalen als Biomasse einzusetzen. Der nachwachsende Rohstoff kostet nur den Transport. Das bedeutet natürlich: Am günstigsten ist die Verwertung dort, wo der Abfall anfällt. Denn eine Verschiffung über Tausende von Kilometern ist dann nicht nötig.

Nussschalen, der Retter der Energiewirtschaft?

Aber das ist noch nicht alles: In den USA erprobte ein Forscherteam jüngst ein Verfahren, bei dem aus Erdnussschalen und anderen Abfällen aus der Landwirtschaft Wasserstoff gewonnen wird. Seit den 1970er-Jahren arbeiten Forscher daran, Wasserstoff zum Energieträger der Zukunft zu machen. Das Resultat mit Erdnussschalen: Ermutigend! Die Ingenieure verarbeiteten fünfzig Kilogramm Nussschalen pro Stunde zu Wasserstoff. Beiprodukt war ein rein natürliches Düngemittel. Noch ist dies nicht für die Massenanwendung tauglich, aber ein Mitglied des Forscherteams nannte die Versuche vielversprechend.

Wer bei sich zu Hause, mitten in Europa, nach Produkten aus Erdnussschalen sucht, der könnte sie an unerwarteter Stelle finden: Als Bestandteil der Fußmatte zum Beispiel oder als Füllmaterial von Jonglierbällen. Nach dem Knabbern von Erdnüssen sind die Schalen aber am besten auf dem Kompost aufgehoben. So liefern sie später, nach dem Verrotten, wertvollen Dünger.

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